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Philippe Manoury

Der französische Komponist Philippe Manoury ist Wegbereiter auf dem Gebiet der Musik mit Live-Elektronik. Seine Ausbildung als Pianist und Komponist erhält er unter anderem beim Schönberg-Schüler Max Deutsch, bei Gérard Condé, Michel Philippot und Ivo Malec.


Sein kompositorisches Interesse an mathematischen Modellen führt ihn ans Pariser IRCAM: Hier arbeitet er ab 1981 gemeinsam mit dem Mathematiker Miller Puckette an einer Programmiersprache für interaktive Live-Elektronik. Aus dieser Forschung heraus komponiert er zwischen 1987 und 1991 den Zyklus »Sonus ex machina«, der sich der Interaktion zwischen akustischen Instrumenten und computergenerierten Klängen in Echtzeit widmet. Das Moment der Interaktion ist es auch, das seinen Zugang zum großen Orchester prägt: er macht es zu einem Klangloboratorium, in dem neue Möglichkeiten des Zusammenspiels erprobt werden. Dazu gehört die räumliche Disposition der Klänge im Konzertsaal; in seinem Werk »In situ« (2013) wird das Orchester in Gruppen um das gesamte Publikum herum platziert. Ausgehend von dieser Idee entwickelt Philippe Manoury eine Reihe großer Orchesterwerke, in denen der Raum eine tragende Rolle spielt. In verschiedenen pädagogischen und künstlerischen Positionen arbeitete Philippe Manoury unter anderem mit dem Ensemble Intercontemporain (1983 bis 1987), am Konservatorium in Lyon (1987 bis 1997), mit dem Orchestre de Paris (1995 bis 2001), beim Festival d‘Aix-en-Provence (1998 bis 2000) sowie an der Scène nationale d’Orléans (2001 bis 2003). Er ist emeritierter Professor der University of California San Diego, wo er von 2004 bis 2012 unterrichtete. Außerdem lehrte er an der Académie Supérieure de la Haute École des Arts du Rhin und am Collège de France.


Für seine Werke ist Philippe Manoury mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. Das französische Kulturministerium ernannte ihn 2014 zum Officier des Arts et des Lettres. Philippe Manoury ist Mitglied des Ehrenkomitees des Deutsch-französischen Fonds für zeitgenössische Musik/Impuls Neue Musik. Seit Sommer 2015 ist er Mitglied der Akademie der Künste zu Berlin.


23. November 2017, 20.00 Uhr: Verbinden und Abwenden – Eröffnungskonzert

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