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Samúel Jón Samúelsson

Samúel Jón Samúelsson ist kein Unbekannter in der eng vernetzten Musikszene von Reykjavik. Der Absolvent der Jazz-Musikhochschule ist in Island sehr umtriebig und erfolgreich: Er hat den Icelandic Music Award erhalten und gleich zwei Bands ins Leben gerufen: 2000 Jagúar und 2006 die Samúel Jón Samúelsson Big Band, eine 18-köpfige Formation. »Ich sehe meine Musik als einen großen Baum, aus dem die Äste Jazz, Blues, Funk und Afrobeat wachsen«, erklärt Samúel Jón Samúelsson und fährt fort: »Alle Musikstile sind eng miteinander verbunden. Eine Big Band und Afrobeat haben so viel gemein, da ist es einfach naheliegend, dieses Genre zu spielen.« Sammi – wie Samúelsson verkürzt genannt wird – hat wichtige Vorbilder: den 1997 verstorbenen nigerianischen Musiker Fela Kuti und seinen Schlagzeuger Tony Allen. Der junge isländische Künstler ist vom Afrobeat derart fasziniert, dass er Fela Kutis Beispiel folgte und in Reykjavik selbst eine Big Band ins Leben rief. Musikalisch nimmt er Fela Kutis und Tony Allens Kreationen als Ausgangspunkt für eigene Kompositionen. Samúel Jón Samúelsson hat Talent und eine Vision. Er weiß genau, wie er seine musikalischen Ideen realisieren kann. Und dafür hat er jede Menge musikalische Unterstützung. Reykjavik hat eine äußerst überschaubare Musikszene. »Wir sind eine große Familie«, erklärt Sammi. »Hier sind über 200 Musiker aktiv. Wir helfen uns gegenseitig aus und haben keine Angst vor Genre-Überschreitungen. Es kommt vor, dass einer von uns an einem Tag im Theater spielt, dann in einer Punk-Formation auftritt und am nächsten Tag zu klassischen oder elektronischen Klängen wechselt.« Berührungsängste und Konkurrenzdenken sind in Reykjavik nicht verbreitet. Was zählt, sind sowohl der gemeinsame Spaß an der Kreation als auch das Ergebnis. Manchmal finden sich in Sammis 18-köpfiger Band noch weitere fünf bis zehn Musiker ein, weil sie einfach Lust haben, gemeinsam Musik zu machen: ideale Bedingungen für neue Projekte.
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